Future Leaders im Handwerk: Gelungene Premiere
„Future Leaders im Handwerk – Führung lernen. Zukunft gestalten.“ lautete das Motto vom 3. bis 5. September in Frankfurt am Main. Nachwuchstalente aus dem Maler- und Lackiererhandwerk erhielten an den beiden Seminartagen Impulse für den Weg in die Selbstständigkeit oder in eine Führungsposition. Im Mittelpunkt standen unternehmerische Entscheidungen, Kommunikation und die Entwicklung von Mitarbeitenden.
Das Format verbindet praxisnahes Wissen mit persönlicher Entwicklung und schafft ein Netzwerk, das junge Fachkräfte bei ihren nächsten Karriereschritten unterstützt. Das Programm setzt dort an, wo die fachliche Qualifikation endet.
Ganz viel Theorie …
Benedikt Fröhlich, zuständig für die Betriebs- und Existenzgründungsberatung bei der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, informierte die Teilnehmenden, welche Rechtsformen infrage kommen und wie ein Fahrplan für die Unternehmensnachfolge aussehen kann. Joachim Bender, Abteilungsleiter der Bürgschaftsbank Hessen, stellte Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten für junge Selbstständige vor. In seinem zweiten Vortrag „Mein Businessplan“, erklärte er wie aus einer Idee der Weg in die Selbstständigkeit werden kann, warum ein Businessplan dabei unerlässlich ist und welche Inhalte er umfassen sollte.
Mit vielen Praxisbeispielen veranschaulichte Barbara Küchler von der Integral Change GmbH, wie Führungskräfte zu glaubwürdigen Leadern werden, wie Teams und Mitarbeitende ihr volles Potenzial entfalten und wie sich ihre Energie auf gemeinsame Ziele und Visionen bündeln lässt.
Michael Keller, Vorsitzender des Stiftungsvorstands der Sto-Stiftung, sprach über unternehmerisches Denken, Erfolgsstrategien im Handwerk und über die Frage, wie sich Chancen aktiv nutzen lassen. Apropos Chancen: Nicht jeder erfolgreiche Weg im Malerhandwerk verläuft gleich. Der Vortrag von Olaf Ringeisen, Geschäftsführer des Malerinstituts, beleuchtete, warum die eigenen Stärken oft der entscheidende Ausgangspunkt sind und wie daraus ganz unterschiedliche berufliche Perspektiven entstehen können. Handwerksbloggerin Jessica Matheis erklärte, warum eine eigene Marke auch im Handwerk relevant ist.
Eine Podiumsdiskussion brachte WM-Teilnehmerin Jessica Matheis, Jacqueline Kuhn, unter anderem Teilnehmerin an den EuroSkills 2021, sowie Malermeister, Lack- und Farbtechniker und Sto-Stiftungs-Alumnus Fabian Walter gemeinsam auf die Bühne. Das Trio sprach über Karrieren und unterschiedliche Werdegänge im Maler- und Lackiererhandwerk.
… trifft auf Praxis
Die Teilnehmenden waren aber natürlich nicht nur zum Zuhören da – in Workshops hieß es Selbermachen. Um Entscheidungsfindung, Teamfähigkeit, Stressresistenz, Durchsetzungsvermögen und Konfliktfähigkeit ging es im NASA-Game. Das Planspiel greift typische Führungssituationen auf und gab den Teilnehmenden die Gelegenheit, sich in herausfordernden Situationen auszuprobieren. In Workshops zu freiem Sprechen, Kommunikation und Führung übten die Teilnehmenden, ihre Anliegen klar zu formulieren und vor einer Gruppe zu vertreten.
„Ich hatte erwartet, viele Informationen zu bekommen, und das wurde voll und ganz erfüllt“, lobt Teilnehmerin Paula Balaske, die die Sto-Stiftung bereits vom Bestenwettbewerb kennt. Teilnehmer Max Hoßfeld ergänzt: „In dieser kurzen Zeit konnten wir eine unglaubliche Menge an Input mitnehmen, über unseren eigenen Schatten springen und uns in vielen Bereichen weiterentwickeln. Besonders wertvoll fand ich die Möglichkeit, mich selbst besser kennenzulernen, neue Erfahrungen zu sammeln und gleichzeitig viele hilfreiche Impulse für meine persönliche und berufliche Zukunft mitzunehmen.“
Austausch und neue Kontakte
Neben den fachlichen Inhalten prägte vor allem der Austausch die Veranstaltung. Bereits zum Auftakt lernten sich die Teilnehmenden beim Speed-Dating kennen. Ein gemeinsames Abendessen auf der Dachterrasse der Handwerkskammer bot bei Gegrilltem, Musik vom DJ und in lockerer Atmosphäre Platz für Persönliches und die Möglichkeit, Erfahrungen aus unterschiedlichen Betrieben zu teilen.
„Wir sind sehr zufriedenmit dem Premierenevent“, sagt Ingeborg Totzke. „Wir haben tolle Rückmeldung und sehr gute Anregungen von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bekommen. Das Feedback und die Wünsche der jungen Leader helfen uns, das Konzept weiterzuentwickeln.“
Im September 2027 geht es weiter
„Wir nehmen die Tipps und Vorschläge natürlich sehr gerne an“, sagt Michael Keller. „Schließlich wollen wir den Teilnehmenden einen Mehrwert bieten und sie mit dem Wissen unterstützen, das sie für ihren erfolgreichen Karriereweg brauchen.“ Bei den kommenden Auflagen sollen deshalb Themen wie Digitalisierung, künstliche Intelligenz im Arbeitsalltag, Azubigewinnung und Mitarbeiterbindung das Angebot erweitern.
„Das ist eine super Initiative“, findet Teilnehmer Kacper Kaczmarski, ehemaliger Stipendiat der Sto-Stiftung. „Ich bin immer wieder gerne bei den Angeboten der Sto-Stiftung dabei und würde mich sehr freuen, wenn ich wieder an einer solchen Veranstaltung teilnehmen kann.“
Kommendes Jahr hat er wie alle Nachwuchsführungskräfte des Maler- und Stuckateurhandwerk erneut die Chance dazu: In der ersten Septemberwoche steht die zweite Ausgabe der „Future Leaders im Handwerk“ an. Mit spannenden Themen, erfahrenen Profis als Referenten sowie ganz viel Raum für Austausch und Networking. Interessierte können sich ab Frühsommer 2027 über die Webseite der Sto-Stiftung anmelden.
Das hochaufgelöste Bildmaterial finden Sie hier zum Download.





