DenkmalCamp 2026: Handwerk, Geschichte und Teamgeist
„Spannend, lehrreich, hammer“
Zwölf Tage raus aus dem gewohnten Ausbildungsalltag – und direkt hinein in ein Stück europäische Baugeschichte: Beim DenkmalCamp 2026 arbeiteten 20 Auszubildende aus dem Maler- und Stuckateurhandwerk in Martinsdorf (Metiş) in Rumänien. Gemeinsam restaurierten sie das historische Pfarrhaus und weitere Gebäude der mittelalterlichen Kirchenburg.
Dabei ging es nicht um Theorie auf Übungsplatten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer arbeiteten mit echten Materialien an echter, erhaltenswerter Bausubstanz. Sie lernten traditionelle Techniken kennen, entwickelten ihre handwerklichen Fähigkeiten weiter und erlebten, was Denkmalschutz konkret bedeutet.
„Spannend, lehrreich, hammer“
Sina Rüegg, Teilnehmerin aus der Schweiz
Restaurieren statt nur darüber reden
Im DenkmalCamp wurde ausprobiert, angepackt und genau hingeschaut. Unter Anleitung erfahrener Fachleute beschäftigten sich die Azubis mit Graumalerei, Befunduntersuchungen und freskaler Kalkputzschablonierung. Sie stellten Stuckprofile und Stuckmarmor her, erprobten Marmormalerei und arbeiteten mit Kalk-Trassputz.
Am historischen Torbogen setzten sie das Gelernte direkt um: Fehlstellen auffüllen, Putz auftragen und Beiputzarbeiten ausführen. So wurde sichtbar, wie viel Wissen, Präzision und Materialkenntnis in der Restaurierung historischer Gebäude stecken.
„Wer alte Techniken wie die Marmorierung einmal selbst anwendet, versteht, warum es sich lohnt, sie zu erhalten.“
Matthias Völlinger, Referent für Marmorierung



Wie entsteht Marmor, obwohl keiner da ist?
Marmor imitieren, plastische Profile aufmalen oder historische Farbschichten sichtbar machen: Im Camp lernten die Teilnehmenden Techniken, die in der klassischen Ausbildung oft nur selten vorkommen.
Bei der Graumalerei erzeugen aufgemalte Lichter und Schatten den Eindruck von Säulen, Rosetten oder Profilen. Die Befunduntersuchung zeigt, welche Farbschichten und Bearbeitungsphasen ein Gebäude im Lauf der Zeit durchlaufen hat. Das macht deutlich: Denkmalpflege verbindet handwerkliches Können mit einem genauen Blick auf Geschichte und Material.
„Stuckmarmor war für mich das Highlight. Zudem habe ich gelernt, wie ich Putz als Sackware durch selbst hergestellten Kalkputz ersetzen kann.“
Chantal Both, Teilnehmerin aus Deutschland






Siebenbürgen entdecken – Baukultur erleben
Zum DenkmalCamp gehört mehr als die Arbeit an der Kirchenburg. Bei Exkursionen erkundete die Gruppe historische Bauwerke in Sibiu, Michelsberg, Alma Vii, Reichesdorf, Biertan und Mediaș. Außerdem besuchten die Azubis eine der letzten fünf traditionellen Glasbläsereien Rumäniens.
Dort erfuhren sie, wie Glas für die Restaurierung historischer Fenster entsteht – und warum spezialisiertes Handwerk für den Erhalt von Baukultur unverzichtbar ist. Die Reise machte sichtbar, wie eng regionale Tradition, handwerkliches Wissen und Denkmalschutz zusammenhängen.




Aus Fremden wird ein Team
Zwölf Tage zusammen leben, arbeiten, lernen und neue Orte entdecken: Das DenkmalCamp bringt junge Handwerkerinnen und Handwerker aus unterschiedlichen Regionen zusammen. Die Gruppe organisierte ihren Alltag im Pfarrhof gemeinsam, tauschte sich über ihre Ausbildungswege aus und bereitete zum Abschluss einen Festabend mit Vier-Gänge-Menü vor.
„Nach ein, zwei Tagen hatte ich das Gefühl, dass wir uns alle schon seit Jahren kennen.“
Gregor Onken, Teilnehmer aus Deutschland
Was bleibt vom DenkmalCamp?
Das DenkmalCamp zeigt, dass Handwerk Geschichte nicht nur bewahrt, sondern aktiv weiterträgt. Die Teilnehmenden nehmen neue Techniken, konkrete Praxiserfahrung und eine neue Perspektive auf ihren Beruf mit nach Hause.
Sie erleben, dass Restaurierung Kreativität, Verantwortung und Präzision braucht. Und sie erfahren: Wer mit seinen Händen arbeitet, kann Orte und Geschichten für die Zukunft erhalten.
Ihr wollt genau wissen, wie es im DenkmalCamp aussieht? Viel Spaß beim Rundgang!








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