Michael Keller übernahm Staffelstab
Zum 1. Januar 2026 trat der langjährige Vorstandsvorsitzende der Sto-Stiftung Till Stahlbusch in den Ruhestand, sein Nachfolger ist Michael Keller. Mit dem Wechsel setzt die gemeinnützige Stiftung ein Zeichen für Kontinuität und zugleich für neue Impulse aus Praxis und Industrie. Mit Michael Keller leitet ein ausgewiesener Experte für Industrie und Handwerk die Stiftung: Der studierte Architekt und Berufspädagoge verfügt über drei Jahrzehnte Führungserfahrung beim Farben- und Beschichtungshersteller Sto SE & Co. KGaA und kennt damit sowohl die Anforderungen moderner Beschichtungssysteme als auch die Markt- und Bildungsbedarfe der Branche.
Zugleich ist er im Handwerk tief verwurzelt, da bereits sein Urgroßvater einen heute noch bestehenden Stuckateurbetrieb gründete, in dem Keller seine praktische Ausbildung erhielt. Diese doppelte Verankerung verspricht, die Brücke zwischen Baustelle, Betrieb und Bildungsförderung weiter zu stärken und die Programme der Stiftung noch enger an den Bedürfnissen von Unternehmen, Berufs- und Hochschulen auszurichten. „Ich will die sehr erfolgreiche Arbeit der Stiftung in der Zukunft fortführen. Unser Umfeld ändert sich derzeit so schnell wie selten zuvor, zum Beispiel durch künstliche Intelligenz. Hier gilt es am Ball zu bleiben und zu prüfen, inwiefern wir die Stiftungsarbeit gegebenenfalls ergänzen sollten“, nennt Michael Keller einige Ziele.
Förderung, die Fachkräfte schafft
Die Arbeit der Sto-Stiftung zeichnet sich durch eine klare Ausrichtung auf Ausbildung, Studium und berufliche Weiterqualifizierung aus. Im Mittelpunkt stehen Stipendien, Wettbewerbe sowie Projektunterstützungen, die jungen Talenten den Einstieg ins Berufsleben erleichtern und exzellente Leistungen sichtbar machen. Dazu gehören unter anderem Förderprogramme für die besten Auszubildenden im Maler- und Lackiererhandwerk in der DACH-Region sowie Südtirol und Kooperationen mit Berufsbildungszentren.
Ziel ist es, Fachkräfte für die Bauwirtschaft zu gewinnen, die handwerkliche Qualität zu sichern und Innovationen im Bereich energieeffizientes und nachhaltiges Bauen voranzutreiben. Wie wichtig die Unterstützung des Nachwuchses ist, weiß Michael Keller aus eigener Erfahrung: „Ich selbst konnte die Bestenförderung des Landes Rheinland-Pfalz in Anspruch nehmen, und ich hatte die Möglichkeit, über die Konrad-Adenauer-Stiftung an Weiterbildungsprogrammen teilzuhaben, von den ich heute noch profitiere.“
Führung mit Weitblick
Der scheidende Vorsitzende Till Stahlbusch hat die Sto-Stiftung seit ihren Anfängen maßgeblich geprägt. Er gehörte dem Vorstand seit Gründung an, verantwortete über viele Jahre die Finanzen und übernahm später den Vorsitz. Unter seiner Führung wurde das Angebotsspektrum deutlich ausgebaut: Die Stiftung etablierte sich als feste Größe in der Nachwuchsförderung und setzte sichtbare Akzente bei internationalen Projekten, etwa in der Zusammenarbeit mit Hochschulen sowie bei baukulturellen Initiativen. Stahlbusch gilt als Motor der strategischen Entwicklung, der die Sto-Stiftung zu einer in der Branche anerkannten Institution formte.
Alte Werte, frische Ideen
Stiftungsgründer Jochen Stotmeister betont: „Die Stiftung lebt von Menschen, die mit Leidenschaft und Kompetenz Verantwortung übernehmen. Wir sind dankbar für die hervorragende Arbeit von Till Stahlbusch und voller Zuversicht, dass Michael Keller die Zukunft der Stiftung erfolgreich gestalten wird.“ Von Keller werden in den kommenden Jahren insbesondere Impulse zur praxisnahen Weiterentwicklung der Förderlinien erwartet – etwa bei der Verzahnung von handwerklicher Ausbildung und akademischer Qualifizierung sowie bei Themen wie Fachkräftesicherung, Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Bau- und Ausbaugewerbe. Damit knüpft er an das Erbe seines Vorgängers an und führt den Anspruch der Sto-Stiftung fort, junge Menschen auf ihrem Bildungsweg zu begleiten und die Qualität im Bauhandwerk langfristig zu sichern.
3 Fragen an Michael Keller
Was bedeutet Ihnen der Wechsel vom Sto-Konzern in den Vorstand der Stiftung?
Zunächst deutlich weniger Arbeit und Stress im Vergleich zu meiner Zeit als Konzernvorstand. Aus meiner Sicht ist die Tätigkeit für die Stiftung aber genauso wichtig und erfordert ebenso viel Engagement und Leidenschaft wie meine Aufgaben im Unternehmen. Ich freue mich darauf, in der neuen Funktion den Menschen bei Sto und unseren Zielgruppen in Handwerk und Architektur verbunden zu bleiben.
Welches Gebäude, ob historisch oder modern, hat Sie wirklich beeindruckt?
Frank O. Gehrys Cleveland Clinic Lou Ruvo Center for Brain Health (LRCBH). Mich fasziniert die Ambivalenz von Destruktivismus und Konstruktivismus, die zu unverwechselbarer Architektur führt sowie Mut und Geschick zur Umsetzung braucht.
Wie fällen Sie Entscheidungen?
Nur wer anderen zuhört, bevor er Schlüsse zieht, gewinnt. Wer zu früh glaubt, alles zu wissen, stolpert über das eigene Ego. Er übersieht vorhandenes Wissen und verprellt jene, die die Entscheidungen später mittragen müssen. Zuhören kostet wenig, Misstrauen und Schnellschüsse sind teuer.



