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ARCH+ Praktikum | Blog 01/2017 | Florian Bengert

14.03.2017

Make Architecture Great Again


Die Moderne ist bestimmt von populistischen Kontroversen. Manifeste und Statements sind nur noch der Tarnmantel leerer Versprechungen und verbinden das Feld der Kultur mit dem Feld der Politik. Seit den 1960er Jahren sind leidenschaftliche Manifeste eine aussterbende Textgattung. Zugeständnisse scheinen wichtiger zu sein als gesunde Konfrontation. Heuchlerische Monologe übertönen den interdisziplinären und öffentlichen Dialog. Theorien werden vom Interview absorbiert. Überzeugungen werden verhandelt, nicht definiert.


So auch in der Architektur. Dennoch machen wir weiter wie gehabt, vereint im Akt des Machens. Gefangen im Zwiespalt zwischen dem, was wir machen müssen (aufgrund politökonomischer Zwänge) und dem, was wir persönlich machen wollen, werden Bedeutungen verdrängt und Positionen verwaschen. Was wir dabei vergessen, ist, dass wir in unserem Machen die Zukunft gestalten. Zukunft, die grundsätzlich nur durch persönliche Haltungen entwickelt werden kann.


Mir eine fundierte Meinung zu zeitgenössischen Themen und Problemen zu bilden, diese zu hinterfragen, zu aktualisieren und sie in kleiner oder großer Runde zu diskutieren, das ist es, was ich während meiner bisherigen Zeit bei der ARCH+ enorm weiterentwickeln konnte. Im Rahmen meiner redaktionellen Tätigkeit habe ich gelernt, dass es oft die einfachsten Fragen sind, die eine Lösung offenbaren. Genauso wie guter Kaffee. Mit wachem Blick das Essentielle eines Entwurfs zu hinterfragen, um ihn anschließend in einem Projekttext beschreiben zu können, hat mich aus gegebenem Anlass zu einer weiteren Frage gebracht. Einer Frage, so einfach und fundamental zugleich, die sich mit der Zukunft der Architektur auseinandersetzt und jeden persönlich beschäftigen sollte: „What do you want to make?“


Ziel dieser Frage ist es, die gegenwärtige Produktion von Architektur und damit verbundene Produktionsmodelle zu hinterfragen, sie neu zu entdecken und zum Experimentieren anzuregen. Social Media ist in diesem Zusammenhang ein ebenso wichtiger Faktor wie Print Publishing, beides sind Werkzeuge einer aktiven Auseinandersetzung. Das ist eine weitere Erkenntnis, die mir im inspirierenden Arbeitsumfeld der ARCH+ bewusst geworden ist: Print is not dead! Es wird nur durch digitale Kanäle ergänzt. Und das möchte ich mit „MAKE ARCHITECTURE GREAT AGAIN“ nun selbst herausfinden.


Es würde mich enorm freuen, wenn ich durch denselben unkonventionellen Blick viele Menschen für einen kritischen und experimentellen Architekturdiskurs begeistern könnte, den die ARCH+ bereits vor 50 Jahren angestoßen hat. Letzten Endes geht es mir darum, die Leute zum Denken anzuregen, um sich eine eigenständige Stimme im gegenwärtigen Konzert der Einheitsarchitektur und Plattitüden zu verschaffen!


Florian Bengert



Mehr dazu:
Ein Praktikum in der Berliner ARCH+ Redaktion | Stipendiaten im Porträt/Florian Bengert
Ein Praktikum in der Berliner ARCH+ Redaktion | Stipendiaten im Porträt/Philipp Krüpe
Ein Praktikum in der Berliner ARCH+ Redaktion | Stipendiaten im Porträt/Alexandra Nehmer

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MAKE ARCHITECTURE GREAT AGAIN

We’re not a platform that puts things out and says "This is great architecture." We try to make people think. Today is a special day. A day to make history. A day to start making architecture great again!

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Über Florian Bengert

Florian studiert Architektur am KIT Karlsruhe und belegte im Rahmen eines Gaststudiums Kurse an der HfG Karlsruhe. Als wissenschaftliche Hilfskraft unterstützt er die Fachgebiete Raum+Entwerfen sowie Architekturkommunikation. Während seines Studiums war er unter anderem für Buchner Bründler Architekten in Basel tätig und nahm 2012 an der Ausstellung 40.000 hours auf der Architekturbiennale teil.

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Bert Große
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